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Mit Agilität die Klimakrise lösen

In Deutschland verbrauchen wir fast das Dreifache der Ressourcen, die die Erde regenerieren kann. Unseren Lebensstil "auf ökologischen Pump" müssen wir ändern.

Der 5. Mai 2021 ist der deutsche Erdüberlastungstag (German Overshoot Day), an dem wir in Deutschland unseren Anteil an ökologischen Ressourcen, die unser Planet in diesem Jahr erneuern kann, aufgebraucht haben. Für den Rest des Jahres nehmen wir beim Ökosystem Erde also einen Kredit auf, um zu leben und zu wirtschaften. Mit anderen Worten: Wir in Deutschland verbrauchen fast das Dreifache der Ressourcen, die unser Planet erneuern kann.
  

Was ist das Problem dabei?

Diesen Kredit bürden wir ungefragt allen Menschen auf, denn das Ökosystem kennt keine Ländergrenzen, und die Auswirkungen des Klimawandels bekommen nicht nur die (Haupt-)Verursacher zu spüren. Das heißt, wir leben und wirtschaften auf Kosten anderer. Nur, was tun wir, wenn unser Planet bald keine Ressourcen mehr hat? Und was bedeutet das „Leben auf Pump” für unsere Grundrechte und die der nachfolgenden Generationen? Das Bundesverfassungsgericht hat erst kürzlich geurteilt, dass das deutsche Klimaschutzgesetz verfassungswidrig ist, weil es schon heute Freiheits- und Grundrechte nachfolgender Generationen durch unzureichenden Klimaschutz verletzt [1].

Wir müssen also jetzt handeln!

Der globale Klimawandel ist sowohl Symptom als auch Ursache für unser Leben auf ökologischen Pump. Ursache sind insbesondere Treibhausgasemissionen, von denen in Deutschland allein Kohlendioxid (CO2) 88 Prozent ausmacht [2].

Als Agile Coaches gehen wir diese Herausforderung mit agilen Prinzipien und Werten an. Wir glauben, dass wir diese Werte in unserer Geschäftswelt stärker ein- und umsetzen müssen, um unseren CO2-Fußabdruck drastisch zu reduzieren:

  • Wir brauchen Kreativität, um Wege zu finden, den CO2-Ausstoß unserer Wirtschaft und Gesellschaft drastisch zu reduzieren — und zwar bevor wir den Kipppunkt erreichen, an dem der Klimawandel noch dramatischere Umweltauswirkungen verursachen wird. Wir müssen dabei mit den Unternehmen und Geschäftsmodellen beginnen, die für den größten Teil der Kohlenstoffemissionen verantwortlich sind.

  • Wir brauchen die Offenheit, um der unbequemen Wahrheit ins Auge zu sehen, dass unsere Wirtschaftssysteme mit ihren Unternehmen in Zukunft anders funktionieren müssen, um unseren Planeten zu erhalten. Anstelle von Volkswirtschaften und Unternehmen, die wachsen, unabhängig davon, ob sie gut für unsere Gesellschaft und unseren Planeten sind, brauchen wir Volkswirtschaften und Unternehmen, die gut für unsere Gesellschaft und unseren Planeten sind, unabhängig davon, ob sie wachsen [3].

  • Wir müssen unseren Fokus auf die großen Hebel richten. Technologische Fortschritte allein werden nicht ausreichen, um einen drastischen Klimawandel zu vermeiden [4]. Wir müssen uns auch darauf konzentrieren, die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, welche diejenigen Geschäftsmodelle fördern, die die Kosten für ihren ökologischen Fußabdruck selbst tragen, anstatt sie auszulagern.

  • Wir brauchen Commitment (Selbstverpflichtung). Wenn wir die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen wollen, haben wir noch etwa sieben Jahre Zeit, um die Treibhausgasemissionen auf null zu reduzieren [5]. Dafür brauchen wir das Commitment von allen für alle, nicht nur zum Wohle weniger Shareholder, sondern zum Wohle der Gesellschaft und unseres Planeten.

  • Wir brauchen Mut, Neuland zu betreten und neue Wege für wirtschaftliches Handeln zu finden. Das bedeutet auch, den Mut zu haben, unsere Konsumgewohnheiten zu ändern, damit wir nicht auf Kosten anderer leben.

  • Wir brauchen Respekt für unseren Planeten. Ohne ein funktionierendes Ökosystem gibt es für heutige und zukünftige Generationen keinen Platz zum Leben und zum Wirtschaften.

Was tun wir bei Amazing Outcomes?

Wir unterstützen die Unternehmen, die sich ernsthaft für die Lösung dieser Herausforderung einsetzen. Wir befähigen Teams und Führungskräfte, aus komplexen Herausforderungen durch Agilität nachhaltige Lösungen zu entwickeln — für ihre Unternehmen, für die Menschen und für unseren Planeten.

Quellen:
[1]: Pressemitteilung vom 29.04.2021, “Verfassungsbeschwerden gegen das Klimaschutzgesetz teilweise erfolgreich”, (Zugriff: 4. Mai 2021)
[2]: “Treibhausgas-Emissionen in Deutschland” (Zugriff: 4. Mai 2021)
[3]: Kate Raworth, “A healthy economy should be designed to thrive, not grow” (Zugriff: 4. Mai 2021)
[4]: Maja Göpel, “Unsere Welt neu denken”, Ullstein, 15. Auflage 2021, S. 97f.
[5]: ebd, S. 159.