Scrum at Scale

Scrum@Scale im Vergleich mit Nexus, LeSS, SAFe und dem Spotify-Modell

Das passende Skalierungs-Framework wählen

Wenn Unternehmen mit mehreren agilen Teams an einer Lösung - einem Produkt oder einem Service - arbeiten wollen, fehlt häufig das Wissen und die Erfahrung, wie die Skalierung der Teams gestartet und zielführend gemanagt werden sollen. Als Leitfaden zur agilen Skalierung wurden verschiedene Skalierungs-Frameworks entwickelt, die je nach Kontext hilfreich sein können. Doch welches passt am besten zu Ihrem individuellen unternehmerischen Kontext?

Wir haben die gängigsten agilen Skalierungs-Frameworks für Sie unter die Lupe genommen und eine Übersicht zur ersten Orientierung erstellt:

Scrum@Scale

Was ist Scrum@Scale?

Das Framework Scrum@Scale hilft Scrum Teams und sogenannten Netzwerken von Scrum Teams, an gemeinsamen Zielen zu arbeiten. Scrum@Scale zielt darauf ab, häufig beobachtete Skalierungsprobleme zu lösen. Hierfür werden die Funktionsweise und die Struktur eines einzelnen Scrum Teams auf mehrere Scrum Teams übertragen. Der durch die Skalierung steigende Management-Aufwand soll dabei möglichst gering gehalten werden.

Dr. Jeff Sutherland, einer der Scrum-Erfinder, und Scrum Inc. haben Scrum@Scale entwickelt und das Framework im Scrum@Scale Guide beschrieben.

Wie funktioniert Scrum@Scale?

Ausgangspunkt und Referenz für Scrum@Scale ist ein funktionierendes Scrum Team, das mindestens einmal jeden Sprint ein Increment liefert. Mehrere Scrum Teams bilden zusammen ein Scrum of Scrums (SoS). Mehrere Scrum of Scrums ergeben wiederum ein Scrum of Scrum of Scrums (SoSoS). Die Scrum Events und Rollen - beziehungsweise Verantwortungen - werden in einem Scrum of Scrums ebenfalls skaliert. So verfügt ein Scrum of Scrums auch über die Rolle des Scrum of Scrums Masters (SoSM) und ein Product Owner Team mit einem Chief Product Owner (CPO).

Als weitere Besonderheit stechen zwei Teams heraus, die dafür sorgen, dass ein oder mehrere SoS effektiv zusammenarbeiten und integrierte Increments liefern können:

  1. Das Executive Meta Scrum Team (EMS) konzentriert sich darauf, WAS ein SoS oder SoSoS entwickelt. Es fokussiert also auf die Produktvision und das Product Backlog. Teil dieses Teams sind immer auch der oder die Chief Product Owner.
  2. Das Executive Action Team (EAT) fokussiert wiederum darauf, WIE ein SoS oder SoSoS schneller werden kann. Es konzentriert sich also auf den Prozess und die Impediments. Als Transformationsteam trägt das EAT die Ergebnisverantwortung (Accountability) eines Scrum Masters - nur eben auf Organisationsebene, die aus den SoS und SoSoS besteht. Es setzt sich aus einem Scrum Master, einem Product Owner und weiteren Mitgliedern zusammen, die gemeinsam fähig und ermächtigt sind, die agile Organisation weiterzuentwickeln.

Die Effektivität eines oder mehrerer Scrum of Scrums messen Sie im Scrum@Scale durch Metriken. Diese geben Ihnen Aufschluss über den Produktwert (Product Feedback) und über die Lieferfähigkeit (Release Feedback). Scrum@Scale schlägt hierzu einige Metriken vor, um Transparenz herzustellen, ohne diese Metriken jedoch vorzuschreiben.

Wann sollte man Scrum@Scale als Framework einsetzen?

Scrum@Scale bietet ein Framework für den Umgang mit einer großen Anzahl von Teams und Netzwerken von Teams. Damit ist es für Sie insbesondere für die agile Entwicklung von einem umfassenden Produktportfolio interessant. Gleichzeitig basiert das Framework aber auf der Mindestanforderung, dass Ihr erstes Scrum Team - die Referenz der gesamten Skalierung - erfolgreich und regelmäßig Done Increments ausliefert. Denn wenn das erste Scrum Team, oder das erste Scrum of Scrums, diese Mindestanforderung nicht erfüllt, werden die vorhandenen Dysfunktionen mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls skaliert und dadurch alle Teams sowie deren Produkte in Mitleidenschaft gezogen.

Die Stärken und Schwächen von Scrum@Scale in der Übersicht

Wir bewerten Scrum@Scale folgendermaßen:

Vorteile von Scrum@Scale

Scrum@Scale eignet sich für Sie, wenn Sie bereits reife agile Teams in Ihrer Organisation entwickelt haben. Es baut auf dem Scrum Framework auf und fördert die Bildung von Netzwerken aus Teams. Einen entscheidenden Vorteil sehen wir im Executive Action Team (EAT): Ist das EAT autorisiert und fähig, Impediments zu beseitigen, ohne das Selbstmanagement der Scrum Teams einzuschränken, bedeutet dies einen großen Gewinn an Effektivität und kann die Agilität der gesamten Organisation enorm steigern.

Nachteile von Scrum@Scale

Die vielen Events und Rollen, die mit einer linearen SoS- oder SoSoS-Skalierung einhergehen, erhöhen die Komplexität in der Kommunikation enorm und könnten als Nachteil ausgelegt werden. Daher ist aus unserer Perspektive eine hohe Reife aller Teammitglieder zwingend erforderlich - und zwar sowohl vom CPO und SoSM, als auch von den Mitgliedern des EMS und EAT sowie der Scrum Teams. Damit keine permanente Abhängigkeit zum EAT geschaffen und dieses dadurch zum „Flaschenhals“ wird, muss das EAT aus Personen bestehen, die ausreichend autorisiert, reif und erfahren sind, um das Selbstmanagement von Teams konsequent zu fördern.

Hilfe benötigt?

Wir beraten Sie gerne bei der Auswahl des passenden agilen Skalierungs-Frameworks.